2. Das Jobangebot - ciao Deutschland, hello USA!


Es war der 10.12.2021 als mein Mann Freitagnachmittag von der Arbeit nach Hause kam und verkündete, dass heute das Thema USA in den Raum geworfen wurde. Am Abend hätte er ein Gespräch mit dem Regionsleiter für Nordamerika seiner Firma, um Informationen zum Jobangebot zu bekommen. Ich dachte mir dabei erstmal nichts, denn in den letzten Wochen waren bereits einige Jobangebote auf dem Tisch, jedoch nie etwas konkretes. Am Abend waren wir dann gegenüber bei unseren Nachbarn zum 3-Gänge-Asia-Abend eingeladen. Nico verschwand irgendwann kaum merklich zwischen Vorspeise und Hauptgang nach drüben in unser Loft, um das Telefonat entgegenzunehmen.


In der Zeit platzte ich fast vor Aufregung und konnte es nicht länger für mich behalten. Also erzählte ich unseren Nachbarn, dass Nico gerade in Verhandlungen mit den USA sei. Als er zum verspäteten Hauptgang wieder dazu stieß, konnten wir es kaum erwarten und standen ihm alle schon mit Fragezeichen in den Augen gegenüber. Und schon kamen die Informationen Schlag auf Schlag: „Sie wollen mich! Am besten in den nächsten 6-8 Wochen. Es muss jetzt schnell gehen. Im Werk geht es wegen Corona ganz schön zu. Ich soll mich bis Montag entscheiden, ob es für uns als Familie in Frage kommt“.


WHAT???? Okay, Stopp! Zu viele Informationen für mich. Es ist jetzt wirklich so konkret? Meine To-Do Liste im Kopf baute sich auf einmal schlagartig auf. Ich hatte schon vier Notizblätter gedanklich eröffnet:

1. Guten Expat Vertrag aushandeln

2. To Do’s in Deutschland (Versicherungen beenden, Wohnung kündigen, Inventar verkaufen…)

3. To Plan für die USA (Makler suchen, KiTa für Ella finden, neues Auto anschaffen…)

4. Vorratsliste von Lieblingsprodukten aufsetzen und einkaufen


Als wir nach Hause gingen schnappte ich mir direkt meinen Notizblock und legte alle Listen handschriftlich an. Das passierte irgendwann zwischen 00:00 Uhr – 02:00 Uhr. Nico und ich saßen auf der Couch und schrieben alles nieder was uns in den Kopf kam. Er wollte schon die ganze Zeit schlafen gehen, aber ich bat ihn, nochmal alles mit mir durch zu sprechen und festzuhalten. Andernfalls könne ich heute Nacht kein Auge zu machen.


Und so kam es dann: Am Montag gab er dann das grüne Licht, dass er sich den Job vorstellen könnte und wir es uns als Familie zutrauen. Und prompt kam per Mail eine Liste mit allen Konditionen im Expat Vertrag. Okay, ToDo Liste Nr. 1 fängt an sich abzuarbeiten. Selbstverständlich war alles in Englisch, vier PDF Dateien mit je 30 Seiten und ich verstand nur Bahnhof bei dem hochgestochenen Englisch. Damit wir aber bestens für die Verhandlungen vorbereitet sind begann ich und Google Translate beste Freunde zu werden.


Ich machte sämtliche Notizen in den PDF Dateien, um alles mit Nico im Anschluss zu besprechen. Für die Verhandlung des Expat Vertrages sollte er ja gut vorbereitet sein und ebenso sollten direkt offene Fragen schnellstmöglich geklärt werden. Ich kenne Nico nämlich. Die vier PDFs werden mal in aller schnelle überflogen und damit geht er ins Gespräch. Bei mir wird sowohl die Einleitung der PDF Datei, als auch die Seitenzahlen mit übersetzt und von Punkt 1.1.1 – Punkt 13.4.2 alles studiert, bis ich jedes Wort verstanden habe.


Die Einladung für Donnerstag mit der HR-Abteilung folgte, um die Konditionen im Expat-Vertrag zu besprechen. Wir waren positiv überrascht an was alles für die Familie gedacht wird. Am Freitag waren dann alle Vertragsinhalte geklärt, sage und schreibe eine Woche später, nachdem das Thema USA jemals zur Sprache kam. Wir hatten im nun noch das Wochenende Zeit, um bis Montag final zu- oder abzusagen. Es gab gar keine langen Diskussionen: Wir sagten zu! Eine Woche vor Weihnachten. Mit dem Ziel innerhalb von acht Wochen hier alle Zelte abzubrechen und uns ins neue Abenteuer USA zu stürzen.


Warum die Entscheidung für uns so schnell gefallen ist?

Schaut einfach in meinem nächsten Beitrag vorbei.


XoXo. Isa.



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