17. Michigan: Water-Winter-Wonderland.

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Michigan? Viele Amerikaner fragen mich, warum wir denn ausgerechnet in Michigan gelandet sind? Das ist oft die erste Frage, wenn man ins Gespräch gekommen ist und man erzählt, dass man hier gerade für die nächsten drei Jahre angekommen ist. Aber nicht umsonst wird Michigan das Water-Winder-Wonderland genannt. Denn so steht es exakt auf meinem Kennzeichen. Michigan hat viel zu bieten. Und zwar zu jeder Jahreszeit.


Vor allem der Sommer hier ist toll. Man sollte hier keinesfalls einen Urlaub planen und Michigan verlassen. Denn das tolle Seen Paradies, das an jeder Ecke liegt, gleicht einem Meer. Jeder besitzt hier entweder ein oder mehrer Boote, ein Kanu, ein SUP oder ähnliches. Wasseraktivitäten sind hier besonders im Trend. Es gibt super tolle Parks, um dort einfach am Strand zu liegen, Fahrrad zu fahren, Sport zu machen, Kanu zu fahren oder einfach einen langen Spaziergang zu machen. Die vielen Events und Feste die es fast täglich gibt, lassen es hier nie langweilig werden.


Und wenn es einem doch zu heiß ist bei über 30 Grad im Sommer, dann ab nach drinnen. Dort ist alles auf erfrischende 17 Grad all-day-long per Klimaanlage runtergekühlt. Am Lake Michigan gibt es tolle Kleinstädte die man besuchen kann. Oder ein Trip „up north“, also nach oben in den Norden, lohnt sich. Dort ist alles entschleunigt. Viel Wasser, Landschaft und Natur. Am Wochenende gibt es hier überall die Farmers Markets. Dort gibt es von Musik, lecker Essen, Blumen, Gemüse, Schmuck, etc. alles zu kaufen. Am Samstag morgen die Picknick Decke einpacken und einfach gemütlich mit der Family durch schlendern.


Jetzt steht aber erstmal der Herbst bevor. Und ja, der Wetterbericht hatte ihn knallhart angekündigt für den 22.09.22. Am Tag zuvor zeigte die Wetter App noch knapp 30 Grad an, am folgenden Tag soll die Temperatur um die Hälfte auf 15 Grad fallen. Genauso war es. Als hätte man einen Schalter umgelegt. Deshalb haben wir und noch mit Plantschen im Garten und Grillen vom Sommer verabschiedet.


Einen Tag später wirbelten die Blätter im Wind, es war kalt. Jeder trug lange Klamotten, die Jacken wurden rausgekramt. Aber irgendwie wurde es auch gemütlich. Denn der Herbst wird hier in Michigan auch der Indian Summer genannt. Eine leuchtende bunt/gold glänzende Blättervielfalt. Alles raschelt so schön, wenn man mit den Gummistiefeln durch das Laub läuft. Die Kuscheldecke und der Tee kommen wieder viel häufiger zum Einsatz. Das Basteln mit Kastanien und Blättern. Die Maisfelder werden zum Labyrinth umfunktioniert. Dort sucht man Stempel die darin versteckt sind und füllt seine Stempelkarte - die Kids lieben es. Die vielen „Cider Mills“ nehmen nun wieder ihren Betrieb auf. Dort wird täglich frischer Apfelsaft gepresst. Es gibt leckere, frische Donut zum Essen. Oft kann man dort auch noch Obst, Gemüse oder Kürbisse kaufen. Es gibt einen Spielplatz oder Tiere zum streicheln für die Kids.


Aber Michigan hat auch einen echt langen Winter. Hier entfliehen viele zwischen November bis März für einige Wochen in die Sonne. Wie wir. Im November soll es für zwei Wochen in die Karibik gehen. Mitte Dezember geht es wieder für vier Wochen nach Deutschland. Um Weihnachten mit der Family zu feiern und die Weihnachtsmärkte zu besuchen. Glühwein, Weihnachtsmärkte, Therme und Co...I’m coming :)

Aber was es dafür in Michigan auch gibt: eine Schneegarantie und oft strahlenden Sonnenschein bei eisiger Kälte. Was für mich aber jedesmal einem Winterwonderland gleicht. Aber irgendwie hatte ich die ständig Angst vor dem „lange und harten Winter“, von dem hier jeder spricht. Und wollte keinesfalls, dass der Sommer endet. Ich spürte eine Eiseskälte in mir, wenn ich an -15 Grad denke, die es hier vereinzelt geben kann.



Aber ich habe heute Nacht, als ich wach lag, nochmal lange über den Winter nachgedacht. Denn der Schnee macht etwas. Vor allem der Gedanke an den erste Schneefall. Alles wird ganz leise. Der Schnee bringt eine Reinheit, eine Klarheit. Alles was menschliche Form auf dem Planten hat wird überdeckt vom Schnee, von der Natur. Es entstehen nur noch drei, vier Farben die übrig bleiben. Ich freue mich jetzt schon auf die Gemütlichkeit im Haus, wenn ich das erste mal unseren Kamin anschalten kann. Wenn der Weihnachtsbaum steht, alles im Haus weihnachtlich geschmückt ist. Es nach Plätzchen duftet. Man sich mit einer Tasse Tee und einer Decke auf die Couch kuschelt und ein Buch liest oder einen Film schaut. Und auch für Ella wird es spannend. Sie wird den Winter dieses Jahr noch intensiver wahrnehmen. Das heißt: Schneemann oder Iglu bauen, eine Schneeballschlacht, Schlitten fahren, Eis laufen. Wie sagt meine Schwiegermama immer so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.


Auch wenn eines bleibt: Meine Liebe für den Sommer. Kurze Kleidung und heiß genug kann es für mich gar nicht sein. Und Wasser ist und bleibt mein Element. Aber irgendwie hat der Jahreszeitenwechsel auch etwas magisches an sich. Und das Schönste: die Vorfreude bis zum nächsten Sommer steigt und man lernt es wieder ganz neu zu schätzen.


XoXo. Isa.

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