13. Die Haussuche.

Geplant waren insgesamt zwei Tage Haussuche. Gemeinsam mit unserer Immobilienmaklerin Birgit. Birgit ist toll. Ich kenne sie von meinem letzten Aufenthalt aus 2015 hier in Michigan. Sie kommt aus Österreich und lebt inzwischen mit ihrem Mann und ihren beiden Teenie Kids seit mehr als 10 Jahren hier. Birgit hat eine super liebenswerte Art, ist verdammt hübsch und hat eine mega Figur, plus die besten Häuser hier in der Auswahl. Ich wusste, dass wir mit ihr gemeinsam ein tolles Häuschen für die nächsten Jahre finden würden. Dennoch hatte ich wirklich schiss davor.


Die online Immobiliensuche gab nämlich keine rosige Aussicht auf viele Immobilien. Die Auswahl war begrenzt. Und bis wir ankamen, waren schon die Hälfte unserer Häuser aus der Vorauswahl weg. Toll, sogar unser Favorit Haus. Menno! Dennoch glaube ich ja, das alles irgendwie seinen Sinn hat. Jedenfalls haben wir uns alles mögliche angesehen. Von Häusern, die von der Einrichtung an König Ludwig den VII erinnert haben, bis Häuser, die klein und „cozy“ sind und vermutlich schon ziemlich alt waren. Wir haben auch überlegt, ob wir wieder wie in 2015 Richtung Apartment gehen oder diesmal doch ins eigene Haus.


Apartments haben den Vorteil, dass sie immer ein Gemeinschaftshaus haben. Dort befindet sich dann oft ein Pool oder ein Fitnessstudio, das man kostenlos nutzen darf. Zudem hat man einen Hausmeister, der sich immer um alles kümmert, wenn mal etwas im Haus kaputt geht. Beim letzten Michigan Aufenthalt haben wir in einem Apartment gewohnt. Jimmy, der Hausmeister war mein bester Freund. Jede Woche habe ich etwas anderes zerstört. Einen Avocadokern versehentlich in den Schredder geworfen, beim Kochen die Lampe in der Küche zerstört, den curved TV beim Putzen vom Schrank geschmissen, den Trockner falsch benutzt, die Terrassentüre versehentlich ausgehebelt, den Toilettensitz mit Bleach Mittel geputzt und und und :D Wie ihr seht, er war sehr häufig da. Er kam immer mit seinem kleinen Golf-Caddy, dass voll war mit seiner kleinen Handwerker-Ausstattung und wir hatten immer nette Gespräche geführt. Ja, der gute alte Jimmy. Unser Apartment hatte zwar nur 60 qm und war relativ oldschool, aber ich fand den Pool toll. Auch wenn dieser klein und alt war, aber allein die Möglichkeit zu haben und Nachbarn dort zu treffen war schon toll.


Problem bei den Apartments ist jetzt allerdings, dass diese meist relativ klein sind. Ca. 110qm sind mit die größten und oft haben diese nur zwei Schlafzimmer. Und wir wollten diesmal unbedingt ein Büro bzw. einen dritten Raum, falls Kind Nummer zwei hier zur Welt kommt. Oft gibt es keine Garage, was im Michigan Winter ne Katastrophe bei -18 Grad ist. Oft sind die Apartments auch im zweiten Stock, sprich ohne Garten. Und mit Kind heißt das wieder alles nach oben schleppen. Einen Balkon haben die meisten auch nicht. Es gibt keinen Kellerraum oder ähnliches. Viele davon sind oft seit Jahren vermietet, womit man eher schwer ran kommt.


Ein Haus dagegen hat meist eine Doppelgarage, Garten, einen riesen Keller. Okay, keinen Hausmeister und keinen Pool, aber immerhin Platz ohne Ende, seine eigenes Reich, eine nette Siedlung und meist alles eher neuer. Ja und was wurde es nun final? Am Ende wurde es das Haus, dass wir als aller erstes Haus besichtigt hatten. Ich fand es von Anfang an super. In Deutschland würde man es als Neubaugebiet bezeichnen. Die Siedlung ist auf Google Maps aktuell noch als Acker eingezeichnet. Dadurch, dass es aber recht neu ist, wohnen dort viele junge Familien mit Kindern. Zwar nicht die Millier's, die dort schon seit 30 Jahren wohnen und die ich mir gewünscht hätte. Jedenfalls hat die Siedlung auch Gehsteige. Das ist für uns Deutsche normal, für die Amerikaner allerdings nicht. Zudem gibt es auch einen kleinen Spielplatz, den man in zwei Minuten zu Fuß erreichen kann. Das war’s dann aber auch. Den Rest muss man, wie hier ungefähr alles, mit dem Auto machen.


Am Ende haben uns 300qm Wohnfläche, eine Doppelgarage die Zugang zum Haus hat, ein eigener Keller (juuuuhuuu, endlich Staurraum) und ein kleiner Garten überzeugt. Besonders toll fand ich den angrenzenden Raum als Wohnzimmer. Direkt neben dem Kamin kann man die Doppeltüre zu dem ca. 25qm großen Raum öffnen. Hier wird Ellas Spielzimmer entstehen. Ich finde die Vorstellung mega. Endlich fliegt das ganze Zeug nicht im Wohnbereich rum. Ich kann ihr hier alles ganz toll einrichten: ihre kleine Rutsche, ihr Puppenhaus, ihre kleine Küche, eine kleine Sitzecke. All die Sachen habe ich ihr in Deutschland von einem französischem Hersteller, bestellt weil ich die Sachen so süß fand. Und wer sitzt schon zum spielen mit seinem Kind den ganzen Tag im 2. Stock? Oft spielt sich alles ja doch eher im Wohnbereich ab. Und wenn mal Kinder zu Besuch kommen, dann alle ab in dem „Playroom“ Tür zu und Babyphone-Kamera an, damit die Eltern die Kinder trotzdem im Blick behalten können. Oder wenn mal kurzfristig Besuch kommt: im Spielezimmer kann es aussehen als hätte die Bombe eingeschlagen. Türe zu und der Küche-Wohn-Essbereich sieht einfach immer ordentlich aus. Okay, mal sehen ob das so wird, wie ich es mir vorstelle. Wie ich Ella kenne schleppt sie trotzdem die halben Spielsachen in den Wohnbereich.


Was ich nicht sooo cool finde ist die dunkle Küche mit den Grantioberfläche. Diese befinden sich auch genau in der gleichen Optik im Badezimmer. Aber hey - für drei Jahre völlig okay. Dafür stimmt der Rest. Und Abstriche muss man machen. Was wir hier alles für Schrott angesehen haben, da entspricht unser Haus 8 von 10 Punkten. Toll an dem Haus ist allerdings auch das Elternschlafzimmer. Hier wird es „Master Bedroom“ genannt. Von dort aus geht es in das eigene Elternbadezimmer. Darin befindet sich neben einer großen Eckbadewanne, einem Waschtisch mit zwei Waschbecken noch zwei begehbare Kleiderzimmer. Das große für mich, dass etwas kleinere für Nico.


Oben befindet sich dann noch Ellas Kinderzimmer und zwei weitere Zimmer die sich ein gemeinsames Badezimmer teilen. Das wird das Büro und das Gästezimmer werden. Im 1. OG ist auch der Wäscheraum mit Waschmaschine und Trockner. Finde ich mega, dann muss man die Wäsche nicht immer durch das ganze Haus schleppen - ein Traum wird wahr.


Auch wenn das ganze Haus von einem Putztrupp geputzt wird, habe ich das Bedürfnis nochmal alles gründlich nach zu putzen, zu desinfizieren. Wie hat eine Freundin so schön gesagt: „Ich kann mir schon vorstellen wie du jedes kleine Eck mit dem Zahnstocher putzt“. Genauso wird es laufen, damit ich mich von Anfang an wohlfühlen kann und es immer mehr zu "unserem" wird.


Bleibt gespannt wie es bei uns in den ersten Wochen USA weiter geht. Ich kann schon mal soviel sagen: es gab viele Tränen.

XoXo. Isa.





194 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen